Pages Menu
ABO

Veröffentlicht am 04.12.2013 in Caminus

Die unterschätzte Gefahr: Glanzruß

Winterzeit ist Kaminofenzeit. Immer mehr Menschen genießen die wohlige Wärme und das beruhigende Knistern des Kaminfeuers im heimischen Wohnzimmer. Leider ist die Freude am Holzofen oftmals getrübt, vor allem dann, wenn durch eine unvollständige Verbrennung sogenannter Glanz- oder Hartruß entsteht. Dieser ist, im Gegensatz zu Staub- oder Flockenruß gefährlich und kann, wird er nicht rechtzeitig erkannt und entfernt, gefährliche Kaminbrände verursachen.

Wie entsteht Glanzruß?

Glanz- oder Hartruß entsteht bei der unvollständigen Verbrennung von Festbrennstoffen wie zum Beispiel Holz. Holz besteht zu etwa 80 % aus flüchtigen Bestandteilen. Wird nun das Holz nicht vollständig verbrannt, werden die flüchtigen Bestandteile zwar ausgetrieben, verbrennen aber nicht vollständig. Insbesondere während des Heizens bei milderen Temperaturen entsteht oftmals Glanzruß, weil im Verhältnis zur tatsächlich benötigten Wärme zu viel Brennstoff aufgelegt wird. Das Holz verbrennt bei zu geringer Temperatur und enthält viele unverbrannte Abgase im Rauch. Diese kondensieren dann temperaturabhängig im Verlauf der Rauchgaswege – in einigen Fällen bereits im Rauchrohr, häufig im Schornstein im Dachbodenbereich.

Im Gegensatz zum Staub- oder Flockenruß, den der Schornsteinfeger mühelos entfernen kann, ist Glanzruß zäh wie Teer und lagert sich als klebrige Schicht in den Ofenrohren und im Kamin ab. Wenn Flammen oder Funken nun den Ruß im Schornstein entzünden, kommt es zu dem gefährlichen Schornsteinbrand. Dabei können Temperaturen bis zu 1400 C entstehen, der Glanzruß kann durch die hohen Verbrennungstemperaturen auf ein Mehrfaches seines Volumens im Kaltzustand aufquellen und den Schornstein und damit den Abgasweg verstopfen. Ein Schornsteinbrand darf niemals mit Wasser gelöscht werden. Das plötzlich verdampfende Wasser würde eine Druckwelle verursachen die den Schornstein zum Bersten bringen kann.

Der Kamin brennt

Hat der Kamin Feuer gefangen, verständigen Sie sofort die Feuerwehr. Außerdem sollte der zuständige Schornsteinfegermeister informiert werden. Ist nämlich durch den von der Hitze aufgeblähten Ruß der Kaminquerschnitt verengt, muss dieser eine Kette mit Fallgranate von der Kaminmündung aus herablassen um den Kaminquerschnitt vom Ruß zu befreien. Geschieht das nicht, kann der Schornstein durch den Hitzestau reißen oder es kann zu Verpuffungen kommen. Kontrollieren Sie alle Räume, durch die der brennende Kamin verläuft auf Rauch und Hitze und entfernen Sie leicht brennbare Gegenstände aus Kaminnähe. Halten Sie einen Feuerlöscher für eventuelle Entstehungsbrände bereit. Vor allem aber: Bewahren Sie Ruhe, auch wenn’s schwer fällt. Ein Kaminbrand kann mehrere Stunden dauern. Doch auch danach ist noch höchste Vorsicht geboten. Bis zu 30 Stunden nach dem eigentlichen Kaminbrand kann es durch im Gebäude vorhandene Hohlräume, Fachwerkverbände oder Deckendurchführungen erneut zu einem Ausbruch des Feuers kommen. Lassen Sie daher unbedingt Ihr Haus von der Feuerwehr kontrollieren.

Vorbeugende Maßnahmen

Sehr häufig ist nasses Holz die Ursache der Glanzrußbildung. Holz mit einem Feuchtegehalt von mehr als 20% gehört nicht in den Kaminofen. Achten Sie daher beim Kauf von Brennholz immer darauf, das das Holz ausreichend lange, also mindestens zwei Jahre, gelagert wurde. Besser: Sie nehmen ein geeignetes Messgerät mit und messen den Feuchtigkeitsgehalt des Brennholzes vor Ort selbst. Entsprechende Messgeräte gibt es in jedem Baumarkt ab ca. 15,- Euro.

Weitere Gründe für die Entstehung von Glanzruß können eine für die Holzverbrennung ungeeignete Feuerstätte sein oder ein zu großer Querschnitt des Schornsteins. Fragen Sie auf jeden Fall bei Ihrem Schornsteinfeger nach, wenn Sie nicht sicher sind ob alle Voraussetzungen für ungetrübte Freude am Kaminofen erfüllt sind. Ihr Schornsteinfeger berät Sie kompetent und hilft Ihnen auch bei der Auswahl einer geeigneten Feuerstätte.