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Veröffentlicht am 09.11.2013 in Elektrofahrzeuge, Energie und Umwelt

Im Portrait: Der Nissan Leaf – Stiller Revoluzzer aus dem Land  der aufgehenden Sonne

Im Portrait: Der Nissan Leaf – Stiller Revoluzzer aus dem Land der aufgehenden Sonne

nissan2Was den Bau von Elektroautos angeht, ist der japanische Autobauer Nissan kein unbeschriebenes Blatt. Und das natürlich nicht erst, seit es den Leaf gibt. Bereits in den 40iger Jahren, nach der Übernahme der „Prince“, die den Kleinwagen „Tama“ entwickelt hatte, wurden aufgrund der damals herrschenden Benzinknappheit Elektrofahrzeuge entwickelt. Nissan schob noch weitere Modelle nach und, in Kooperation mit Sony in den 90igern sogar einen Van, den Prairie EV. Revolutionär: Neuartige Lithium-Ionen-Akkus dienten als Energiequelle. Seither wurden hauptsächlich Nickel-Metallhydrid-Akkumulatoren in elektrisch betriebenen Fahrzeugen verwendet. Rund 30 Modelle wurden vom Prairie EV gebaut. Diese Stückzahl wurde 1997 mit dem Mittelklasse-Kombi R’nessa EV übertrumpft, von dem 200 Elektro-Versionen hergestellt wurden und der ebenfalls ein umgebautes Serienmodell darstellte. Der nächste Schritt folgte 1999 mit der Kleinserienproduktion des zweisitzigen Hypermini, der von vorneherein als reines Elektroauto konstruiert wurde. Dann kam, was kommen musste, 2009 wurde der Nissan Leaf einem breiten Publikum vorgestellt, ging in Serienproduktion und ist heute, mit mehr als 71.000 weltweit verkauften Exemplaren das meistverkaufte Elektroauto.

Was hat er, was andere nicht haben?

nissan4Ist es die komfortable Ausstattung, mit der der Nissan Leaf zum Kassenschlager avanciert? Oder das futuristisch anmutende Design? Am Preis kann es jedenfalls nicht liegen, denn hier ist der Nissan nur unwesentlich preiswerter als seine elektrischen Mitstreiter aus der Kompaktklasse. Zu kaufen gibt es den Leaf in drei Modellvarianten: Visia, Acenta und Tekna. Ab 23.790,- Euro ist beispielsweise der Nissan Visia zu haben, ohne Batterie wohlgemerkt, denn die kostet monatlich nochmal 79,- Euro Miete extra. Optional kann man die Batterie auch gleich mitkaufen. Dann kostet der Visia 29.690,- Euro. Satte 35.090,- Euro kostet der Leaf Tekna mit Batterie. Nichts für Schnäppchenjäger also. Und doch erobert der Nissan Leaf still und leise die Metropolen dieser Welt. Als Taxi zum Beispiel.

Unterwegs in den Metropolen dieser Welt

Deutschland, die Schweiz, Portugal, Spanien, Großbritannien und die Niederlande setzen bereits auf den sauberen Transport ihrer Fahrgäste. Die Firma Taxi-E aus Amsterdam beispielsweise kann mit ihrer 13 Fahrzeuge starken Flotte auf mehr als 700.000 gefahrene Kilometer zurückblicken. Aufgeladen werden die Fahrzeuge zwei bis drei Mal täglich mit 100% grünem Strom an eigens dafür vorgesehenen Schnellladestationen. Innerhalb von 30 Minuten ist die Batterie zu 80% aufgeladen.

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Nach Amsterdam, New York, Tokio, Mexiko City und Sao Paulo ist Zürich die weltweit sechste Großstadt, die eine Taxiflotte mit dem Nissan LEAF aufbaut. Bis 2015 sollen Elektrofahrzeuge 15 Prozent der gesamten Züricher Taxiflotte stellen. Zugleich ist der Aufbau eines großen Netzes von Schnellladestationen vorgesehen.

In Deutschland ist seit Anfang Mai 2013 ebenfalls eine Elektrotaxi-Flotte unterwegs. Prima Clima betreibt in Hamburg vier im charakteristischen Beige gehaltene NISSAN LEAF mit auffälligen, markanten Wolkengebilden auf den Türen. 50 Ladestationen und zwei Schnell-Ladesäulen sorgen hier für den reibungslosen Betrieb der Fahrzeuge.

„Es besteht kein Zweifel daran, dass der NISSAN LEAF das ideale Fahrzeug für Taxi-Betreiber ist“, sagt Jean-Pierre Diernaz, Director Electric Vehicles Europe. „Er ist günstig bei den Kosten und einfach in der Wartung. Der LEAF lässt sich hervorragend fahren und die Passagiere genießen viel Platz sowie einen hohen Komfort. Aus der Sicht des Fahrers überzeugt vor allem die zügige Beschleunigung, die ein Mitschwimmen im Stadtverkehr jederzeit ermöglicht. Auch das stetig wachsende Netz an Schnell-Ladestationen ist ein wichtiges Argument.“

Polizisten stromern durch Portugal

Pionierarbeit in Sachen Elektromobilität hat Portugals Polizeiflotte geleistet. Schon seit 2011 stromern portugiesische Polizisten durch die Lande. „Wir sind stolz, als erste Polizeitruppe der Welt den vollelektrischen Nissan LEAF in unseren Reihen zu haben. Die Fahrzeuge helfen, die Schadstoffbelastung in den großen Städten weiter zu reduzieren“, sagt Superintendent Paul Gomes Valente, National Director von PSP. Allerdings ist mit der Verbrecherjagd nach rund 170 km Schluß. Die Reichweite ist begrenzt.

Überhaupt ist die Reichweite immer noch ein Manko von Elektroautos. Selbst bei angepasster Fahrweise und optimalen Wetterbedingungen reicht sie kaum über 200 km hinaus. Längere Ausflüge sollten daher nur in die nähere Umgebung stattfinden und gut geplant werden. Wer jedoch als Berufspendler ein Elektrofahrzeug nutzt, wird mit der Reichweite völlig zufrieden sein. Durchschnittlich 60 km täglich wird von A nach B gependelt. Eine Distanz, die der Nissan Leaf mit Links meistert.

Fazit: Mit dem Leaf hat der japanische Autobauer Nissan fast schon eine kleine Revolution angezettelt. Klammheimlich hat sich der Stromer aus Japan seinen Platz in den Metropolen dieser Welt erobert und auch als Polizeifahrzeug in Portugal, der Schweiz und seit neuestem auch in Deutschland macht der Nissan Leaf bei seinen emissionsfreien Verbrecherjagden eine ausgezeichnete Figur. Nur an der Reichweite, da sollte noch gearbeitet werden. Aber im Land der aufgehenden Sonne ist ja bekanntlich nichts unmöglich…

Der Nissan Leaf im Überblick

  Nissan Leaf mit Batteriemiete mit Batteriekauf
Anzahl der Sitze 5
Motor Elektromotor
Leistung 80 kW (109 PS)
Verbrauch / Energie 13.70 kW/100 km / Strom
Batterietyp Lithium-Ionen Batterie
Höchstgeschwindigkeit 145 km/h
Reichweite 175 km
Ladezeit 6,0 Std.
Länge / Breite / Höhe 4.45/1.77/1.55 m
Kofferrauminhalt 330 Liter
Leergewicht 1642 kg
Preise Visia 23.790,- Euro 29.690,- Euro
Acenta 26.790,- Euro 32.690,- Euro
Tekna 29.190,- Euro 35.090,- Euro