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Veröffentlicht am 21.11.2013 in ENERGIE Nachrichten, Energie und Umwelt

Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Energiewende/EnBW/Ökostromförderung

Stuttgart (ots) – Die Energiewende hat den großen Versorgern einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht. Weil subventionierter Ökostrom im Netz Vorrang hat, lohnt sich der Betrieb vieler konventioneller Kraftwerke nicht mehr – obwohl zumindest einige davon auch künftig gebraucht werden, um die schwankende Stromproduktion von Wind- und Solaranlagen auszugleichen. Die Energiewirtschaft würde das Problem am liebsten durch Prämien lösen, die die Bereithaltung von Reservekapazitäten belohnen. Letztlich liefe das auf eine neue Subvention hinaus.

Statt über neue Subventionen sollten Union und SPD lieber über eine Stärkung marktwirtschaftlicher Elemente nachdenken, denn die niedrigen Preise an der Strombörse sind Ausdruck eines zeitweisen Überangebots. Würde nicht mehr jede beliebige Menge Ökostrom – unabhängig vom Bedarf – abgenommen, könnten die Börsenpreise bald wieder steigen. Und dann ließen sich sowohl konventionelle Reservekraftwerke als auch Stromspeicher eher wieder wirtschaftlich betreiben. Um die Selbstregulierung des Strommarktes in Gang zu setzen, müssten allerdings die garantierten Einspeisevergütungen für Ökostrom so bald wie möglich durch feste Aufschläge auf den Börsenpreis ersetzt werden.