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Veröffentlicht am 29.10.2013 in Caminus

Die Feuerstättenschau: Warum sie so wichtig ist

Die Feuerstättenschau: Warum sie so wichtig ist

In regelmäßigen Abständen führt Ihr Schornsteinfeger eine Feuerstättenschau gemäß des Schornsteinfegerhandwerksgesetzes (§ 13) und der Kehr- und Überprüfungsverordnung durch. Diese ist, wie fast jede Dienstleistung, mit Kosten verbunden, über die nicht jeder Hausbesitzer erfreut ist. Dennoch – eine regelmäßige Feuerstättenschau ist wichtig und kann sogar Leben retten.

Mit der Novellierung des Schornsteinfegergesetzes geht die Verantwortung für die Durchführung der Arbeiten auf den Eigentümer des Grundstücks oder der Räume über. Die Kehr-, Mess- und Überprüfungsarbeiten unterliegen dabei der Dienstleistungsfreiheit. Das heißt, dass der Eigentümer die Arbeiten an einen Schornsteinfeger seiner Wahl in Auftrag geben kann. Es ist also nicht mehr zwingend notwendig, dass der zuständige Bezirksschornsteinfegermeister die Arbeiten durchführt. Die Feuerstättenschau wird seit dem 01.01.2013 alle 3,5 Jahre bzw. innerhalb von sieben Jahren zweimal durchgeführt. Zwischen den beiden Feuerstättenschauen müssen mindestens drei Jahre liegen. Um hier den Überblick zu behalten, wann welche Arbeiten auszuführen sind, wurde vom Gesetzgeber der Feuerstättenbescheid geschaffen. Dieser ist mit Kosten für den Eigentümer verbunden, bietet aber dennoch einige Vorteile. So zeigt er beispielsweise dem Eigentümer in einer kompakten Darstellung an, welche der Regelungen aus den zahlreichen gesetzlichen Verordnungen (KÜO, 1. BImSchV) für seine Anlage zutreffen. Beispielsweise wurden für moderne Heizungsanlagen verlängerte Überwachungsintervalle festgelegt. Sie können dem Bescheid entnehmen, was wann gekehrt, gemessen oder überprüft wird so Kosten sparen, wenn Sie nur die gesetzlich vorgeschriebenen Arbeiten in Auftrag geben.

Was wird bei der Feuerstättenschau überprüft?

Bei der Feuerstättenschau werden alle Feuerungsanlagen im Haus überprüft. Ebenso werden die dazugehörenden Abgasanlage, Ofenrohre, Schornsteine und Zuluftleitungen begutachtet. Dies ist notwendig um Schäden oder Mängel rechtzeitig zu erkennen und zu beheben, damit die Feuerungsanlagen sicher betrieben werden können. Auch die Daten zu den Feuerstätten (Alter der Heizung, Staubemissionen und Ähnliches) werden notiert. Außerdem umfasst die Feuerstättenschau auch Ausstiegsluken, Sicherheitseinrichtungen für den Schornsteinfeger auf dem Dach wie Laufbohlen oder auch Leitern. Wird eine Feuerstätte neu errichtet oder ändert sich Nutzung erheblich, ist ebenfalls eine Feuerstättenschau notwendig. Also zum Beispiel dann, wenn ein Betreiber eines Kaminofens den Ofen anfangs nur am Wochenende nutzt und nun aus Kostengründen weniger Öl verheizen möchte und statt dessen den Kaminofen in der Heizperiode täglich heizt. Hier ist der zuständige Bezirksschornsteinfegermeister dazu verpflichtet, den Feuerstättenbescheid auszustellen.

Was steht im Feuerstättenbescheid?

Auf der Basis der bei der Feuerstättenschau erhaltenen Daten listet der Bezirksschornsteinfeger im Feuerstättenbescheid in einer Tabelle auf, welche Arbeiten an welcher Feuerungsanlage in welchen Zeiträumen von einem Schornsteinfeger durchgeführt werden müssen. Diese Angaben sind für den Hauseigentümer verbindlich. In der ersten Spalte werden die Feuerungsanlagen durchnummeriert aufgeführt (zum Beispiel: Gas-Heizkessel oder Kaminofen, Abgasleitung für …) Die zweite Spalte enthält die Termine, zu denen spätestens die Aufgaben des Schornsteinfegers durchgeführt werden sollen. In der dritten Spalte schließlich sind die durchzuführenden Aufgaben enthalten, zum Beispiel Reinigung oder Überprüfung oder Messung, mit Hinweis auf die dazugehörigen Verordnungen.

Kosten für den Feuerstättenbescheid

Die Kosten für den Feuerstättenbescheid sind in der Kehr- und Überprüfungsordnung KÜO festgesetzt. Die KÜO enthält Arbeitswerte, die je nach Bundesland zwischen 1,07 Euro und 1,37 Euro inkl. MwSt. kosten. Danach kostet die Ausstellung eines Feuerstättenbescheids für bis zu drei Feuerstätten 10 Arbeitswerte, also zwischen 10,70 Euro und 13,70 Euro, bei mehr als drei Feuerstätten kommen je 2,0 für jede zusätzliche Feuerstätte hinzu, also 2,14 bis 2,74 Euro. Ein Feuerstättenbescheid kostet aber maximal 30 Arbeitswerte je Bescheid, also zwischen 32,10 Euro und 41,10 Euro. Hinzu kommen allerdings die Kosten für die Feuerstättenschau: 1 Arbeitswert je Meter Abgasleitung und pro Feuerstätte 3,1 Arbeitswerte.

Gefahren bei Nichteinhalten der Prüftermine

Atemnot, Kopfschmerzen und Übelkeit sind vermeintlich harmlose Symptome, die nur selten zu einem Arztbesuch bewegen. Was viele nicht wissen: Hierbei kann es sich auch um die ersten Anzeichen einer Kohlenstoffmonoxidintoxikation handeln. Wird diese nicht rechtzeitig erkannt, führt sie über die Bewusstlosigkeit bis hin zum Tod. Für eine deutliche Minderung des Risikos sorgen sowohl der Einsatz spezieller Rauchmelder als auch die regelmäßige Wartung der Heizungsanlagen durch den Schornsteinfeger