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Veröffentlicht am 15.08.2013 in Altbausanierung, Berater, Firmenportraits

Birgit Maldonado

„Erhalten, wo möglich – ersetzen, wo nötig!“

BirgitMaldonadoAlte Häuser sind meine Leidenschaft. Sie erzählen Geschichten und Schicksale und zeugen von einer Zeit, in der Arbeitsstunden wenig kosteten und das Baumaterial das teuerste war.

Viele alte Häuser, hauptsächlich die, die vor dem 2. Weltkrieg erbaut wurden, zeugen von wahrer Baukunst. Sie sind ein Stück Baukultur, die leider heutzutage immer mehr rücksichtslos zerstört wird. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, diese Zeitzeugen der Geschichte zu erhalten.

Mein Motto lautet: Erhalten, wo möglich – ersetzen, wo nötig!

Denn eine sanfte und behutsame Renovierung bewahrt die einzigartige Ausstrahlung eines älteren Gebäudes. Mein Anliegen ist es, soviel wie möglich von der handwerklich hochwertigen alten Bausubstanz, den ansprechenden Details und dem individuellen Charakter des jeweiligen Hauses zu erhalten. Durch falsche und unsachgemäße Renovierungs- und Sanierungsarbeiten kann sehr viel Schaden angerichtet werden.

Zunächst einmal macht es Sinn, sich die Wandstärke und den Wandaufbau eines Hauses anzuschauen. Dann sollte die Feuchtigkeit gemessen werden, die in den Wänden ist.

Die meisten Stadthäuser aus der Vorkriegszeit wurden aus Tonziegeln erbaut. Ein Tonziegel hat einen guten Wärmedämmwert, sofern er trocken ist – und das ist er meistens nicht!

Die Häuser wurden ohne Isolierung aufs Erdreich gebaut. Die Bodenplatte liegt direkt auf der Erde. Das Haus bekommt „nasse Füße“. Dies wiederum hat zur Folge, dass sich die Wände mit Feuchtigkeit voll saugen. Die Wassermoleküle in den Wänden ermöglichen einen regen Kälte- Wärmeaustausch. Und schon haben wir den bekannten „Altbau-Effekt“ – trotz voll aufgedrehter Heizung fühlt es sich kühl an und man hat das Gefühl, dass es durch alle Ritzen zieht.

Viele Einzelmaßnahmen sind nötig

Wenn ein Haus durch Einzelmaßnahmen energetisch saniert werden soll, ist es zuerst einmal angebracht, sich die Heizungsanlage anzuschauen. In vielen Häusern stehen Anlagen, die zwanzig Jahre und mehr auf dem Buckel haben. Da die technischen Errungenschaften in den letzten Jahrzehnten rasant vor sich ging, kann man viel Geld an Energiekosten einsparen, wenn man seinen in die Jahre gekommenen Heizkessel durch eine moderne effiziente Brennwerttherme ersetzt. Jeder Heizkörper muss mit einem Thermostat ausgestattet sein. Allein durch diese Maßnahmen kann sehr viel Energie eingespart werden, zusammen mit einem gedämmten Dach! Und wer sich dann noch um die nassen Füße kümmert, kann seine alten Sprossenfenster und die ungedämmten Wände erhalten.

Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, für Bauherren eine Renovierung ihres Hauses zu erstellen, die sowohl aus ästhetischen und historischen Gesichtspunkten als auch Energieeinsparmaßnahmen Sinn macht.

Zuerst wäge ich ab, welche Dinge erhalten werden können und welche ersetzt werden müssen. Leider ist die Meinung verbreitet, dass es teuerer ist, altes zu reparieren, als neues einzubauen. Das stimmt so nicht. Meistens ist es für den Bauherrn sogar günstiger, zu reparieren. Aus einem Pool an kooperativen Handwerkern hole ich mir Kostenschätzungen und Angebote ein. Es handelt sich dabei immer um viele verschiedene Einzelmaßnahmen. So kann die Bauherrschaft wie bei einem Baukastensystem die Maßnahmen heraussuchen, die ihrem Geschmack und Geldbeutel entsprechen.

Die Renovierung erfolgt schrittweise

Eine Renovierung erfolgt meist in mehreren Schritten. Zuerst geht man den Innenausbau an, damit die Bauherrschaft einziehen und sich in den eigenen vier Wänden wohlfühlen kann.

Dazu gehören eine neue Heizungsanlage, evtl. neue Heizkörper, ein neues Trinkwasser- und Abwasserrohrnetz, neue Bäder. Je nach Art der vorhandenen Fenster steht evtl. ein Austausch an. Meistens genügt jedoch eine Ertüchtigung der alten Fenster. Dabei handelt es sich um Fenster aus der Vorkriegszeit aber auch um solche aus den 50er oder 60er Jahren. Diese wurden aus sehr gutem Holz vom Schreiner gefertigt mit dem Ziel, dass sie eine Ewigkeit halten sollen. Da genügt meist eine holz- und beschlagtechnische Überarbeitung und evtl. das Einbringen einer Dichtungslippe. Auch ein Austausch der Scheiben durch Wärmeisolierglas ist möglich.

Sollte der Keller geringfügig feucht sein, so reicht meist eine Gebäudehüllentemperierung im Sockelbereich entlang der Außenwände, um eine dauerhafte Austrocknung zu bekommen. Es gibt allerdings auch andere Trocknungsverfahren, die gute Erfolge erzielen.

Wenn dann auch die alte Holztreppe neu aufgearbeitet ist, ein neuer Fußbodenbelag eingebracht ist, die Decken und der Stuck glatt verspachtelt sind und die Wände neu tapeziert oder verputzt sind, ist der erste Teilschritt fertig und die Bauherrschaft kann einziehen.

Dann erfolgt der zweite Teilschritt, bei dem das Dach gedämmt wird. Meist sind die 80 Jahre alten Tonziegel in solch einem guten Zustand, dass ich dazu rate, sie wieder zu verwenden.

Die Fassade wird in diesem Schritt meist auch renoviert. Eine Gewebespachtelung bei der ein Armierungsgewebe eingespachtelt wird, bevor der Oberputz draufkommt und ein neuer Anstrich runden das Ganze ab.

Alte Handwerkskunst ist gefragt

Da der Sockelputz bei alten Häusern bedingt durch die oben beschriebene Feuchtigkeit oftmals stark abbröckelt, ist es sinnvoll, diesen abzuklopfen und mit Sockelisolierputz neu aufzubauen. Im Zuge dessen wird das Erdreich 30 cm tief aufgegraben. Manche Bauherren entschließen sich dabei gleich noch tiefer bis zur Bodenplatte aufzugraben und den erdberührenden Sockelbereich so abzudichten, dass keine horizontale Feuchtigkeit in die Kellerwände mehr eindringen kann. So bekommt das Haus trockene Füße!

Beim Sockeloberputz orientiere ich mich am historischen Putz des Hauses, der meist ein Kellenwurf war. Mir ist es gelungen, Handwerker zu finden, die diese alte Handwerkstechnik noch beherrschen und den Sockelputz mit der Kelle von Hand an die Wand werfen. Das Ergebnis ist ein altes Haus, dessen ursprünglicher Charme erhalten bleibt, das aber nach beendeter Renovierung fast alle Vorzüge und den Komfort eines neuen Hauses aufweist.

Kontakt

Birgit Maldonado
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